Safety in der Prozessindustrie

Safety

In der Prozessindustrie hat der Begriff Safety viele Berührungspunkte. Das variiert vom Maschinen- bis hin zum Explosionsschutz. Vom Risikomanagement beim Umgang mit gefährlichen Stoffen bis hin zur Anwendung zertifizierter Arbeitsmittel. Wie unterschiedlich auch immer, das Sicherheitsprinzip ist immer gleich: Sicherheit von Maschinen und Prozessen fängt am Entwurfstisch an.

Maschinen- und Prozesssicherheit

Die Bedeutung von Maschinen- und Prozesssicherheit ist klipp und klar. Die Menschen, die mit den Maschinen und Prozessen arbeiten müssen, sollen jeden Arbeitstag unversehrt nach Hause zurückkehren. Gefährlichen Situationen wird vorgebeugt, damit keine inakzeptablen Risiken entstehen können. “Ich brauche wohl nicht zu erklären, dass Engineering einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit von Prozessen, Produkten, Maschinen und Menschen liefert”, erzählt Arno Luisman von Ingenieursbüro VIRO: “Das wird jeder verstehen. Wir merken jedoch, dass die Rolle der Sicherheitsunterstützung und -Engineering noch immer nicht richtig gewürdigt wird.”

Engineering x Safety = eine einzigartige Kombination

Safety

V.l.n.r. Han Peeters, Arno Luisman, Roel Tang

Arno ist Koordinator des Safety-Teams von VIRO. In dieser Funktion hat er einen Überblick über die Sicherheitssauffassungen der Kunden bei allen fünf VIRO-Niederlassungen in den Niederlanden. “Sicherheit wird noch oft als sog. Add-on eines Entwurfs gesehen. Oft wird erst auf der Rückseite des Entwurfs oder während der Umsetzungsphase dessen Safety beurteilt. Diese Reihenfolge kann zu unnötigen Kosten und Zeitverlust führen. Wenn man im frühen Entwurfsstadium über Safety-Aspekte nachdenkt, wird später durchzuführenden Anpassungen im Entwurf, in der Maschine oder der Anlage vorgebeugt. Es ist statistisch nachgewiesen, dass das in vielen Fällen eine Kosteneinsparung mit dem Faktor 100 bis 1000. bedeuten kann.” Zusätzlich zum Geldbeutel sind auch Sicherheit und Seelenruhe genau so wichtige Überlegungen: “Firmen möchten sichere, verlässliche, langfristige und kosteneffiziente Anlagen, Prozesse und Produkte. Gerade in diesen Bereichen können wir mit unserem Fachwissen zusätzlichen Wert bieten. VIRO bietet Betrieben eine Gesamtlösung. Unser technisches Ingenieurbüro kombiniert detailliertes technisches Wissen mit Spezialisierung auf industrielle Sicherheit. Damit können wir Betriebe vollständig entlasten. Die Betriebe haben die Sicherheit, dass ihre Produkte und Prozesse die Anforderungen aller einschlägigen Gesetzgebung und Rechtsvorschriften erfüllen. Auch hinsichtlich der Sicherheit.”

 

CE-Kennzeichnung in Japan

Auch in Japan weiß man mittlerweile, was VIRO zur industriellen Sicherheit beitragen kann. Der japanische Konzern TOWA operiert in der Halbleiterindustrie. TOWA erstellt Formmaschinen, u.a. für Chips, LEDs und Elektronik für die Automobilindustrie. Die Hauptgeschäftsstelle von TOWA Europe befindet sich in Duiven. Richard van Boggelen von VIRO ist dort seit 2016 entsandt, in der Doppelfunktion des Mechanical Engineers/Safety Engineers. “Als Safety Engineer führe ich die Risikoanalysen sowohl für die CE-Kennzeichnung als für die Arbo durch.” In Duiven war eine Promomaschine aufgestellt, die in Japan entwickelt wurde. Als diese Maschine einem europäischen Kunden verkauft wurde, bat TOWA Europe Richard die CE-Kennzeichnung zu begleiten. Nicht viel später wurde eine andere Maschine, die noch in Japan gebaut werden sollte, einem europäischen Kunden verkauft. Richard: “Für ‘Kunde A’ handelte es sich um eine Spritzgußmaschine, für ‘Kunde B’ um eine Pressformmaschine. Beide Maschinen haben etwa die gleichen Spezifikationen und Sicherheitsrisiken. Man kann z.B. an Einklemmen bei hohem Druck und Hautverbrennung bei hohen Temperaturen denken.”

Limits of Machinery

Das Engineering der ‘Kunde B’-Maschine in TOWAs Heimatbasis Kyoto bedeutete, dass Richard nach Japan reisen musste, um dort bei der CE-Kennzeichnung behilflich zu sein. Die Vorbereitungen fanden teils in den Niederlanden statt. Das beinhaltete u.a. das Festlegen der ‘Limits of Machinery’: “Buchstäblich übersetzt ‘Grenzen der Maschine’. In dieser Spezifikation beschreibt man, wer die Benutzer sind, wie deren Ausbildungsstand ist, wie die Arbeitsumgebung aussieht, usw.: alles Faktoren, die für eine gute Einschätzung der Risiken der Maschine relevant sind. Wenn jemand ohne Ausbildung an einer Maschine arbeiten soll, bringt dies wahrscheinlich größere Risiken mit sich, als bei einem durchschnittlich ausgebildeten und gut eingewiesenen Mitarbeiter. Wenn eine Brotmaschine im Supermarkt von Konsumenten benutzt wird, muss diese höhere Sicherheitsanforderungen erfüllen, als wenn nur das Personal des Supermarktes die Maschine bedient.”

Internationales Teamwork

Nachdem die Risikoanalysen durchgeführt und die Zeichnungen und Berechnungen gesammelt und kontrolliert worden waren, reiste Richard nach Japan. Dort stellte er die technischen Konstruktionsakte zusammen und kontrollierte diese auf Vollständigkeit. Die Benutzeranleitung wurde an einigen Stellen angepasst und die Konformitätserklärung erstellt: “Für die PL-Berechnungen (Performance Level) der Sicherheitskreise haben wir die Hilfe eines Kollegen aus der VIRO-Niederlassung Hengelo in Anspruch genommen, da meine Kollegen und ich in der Niederlassung Arnhem damals nicht über diese Kenntnisse verfügten. Die Prüfung haben wir in der TOWA Fabrik in Kyoto durchgeführt. So haben wir u.a. getestet, ob die Notausschalter und Türschalter auch tatsächlich das machen, was sie laut Schema machen sollten.”

Safety

CE-Kennzeichnung nur eines unserer Sicherheitsthemen

Die CE-Kennzeichnung ist eines der Spezialgebiete, mit dem VIRO Betriebe komplett bedienen kann. Arno Luisman: “Safety ist ein enorm ausdehnbarer Begriff. Die Materie bezieht sich auf Gesetzgebung und Rechtsvorschriften, die Sicherheit von Prozessen, Maschinen- und Produktsicherheit, die Sicherheit von Arbeitsmitteln. Für all diese Themen gibt es wiederum Spezifizierungen. Man kann sich eingehend mit Risikoanalysen wie HAZOPs und FMEAs, der Maschinenrichtlinie, CE-Kennzeichnung, der TRGS, ATEX-Dokumenten Explosionsschutz, und so weiter und so fort, beschäftigen. Das sind Stück für Stück Aspekte mit ihren eigenen Richtlinien. Bei VIRO gibt es die Pfeiler Industrielle Projekte, Maschinenbau und Produkt Engineering. Für jeden Pfeiler legen wir fest, welche Safety-Aspekte die entsprechenden Abteilungen beherrschen sollen.”